Am Dienstag, den 29.06.11 begann die FDG 2011 offiziell, nachdem am Vortag „nur“ die Workshops stattfanden. Der Tag wurde mit einer Vortragsreihe zum Thema „Serious Games“ eingeleitet. Als besonders imposant wurde hier der Vortrag von Seth Cooper (Creative Director of the Center for Game Science) bewertet, der das Spiel „Foldit“ vorstellte. Mit diesem Spiel beschäftigen sich weltweit mehr als 200.000 Spieler. Sie versuchen komplexe Protein-Strukturen effizient zu falten, die molekulare Energie dieser Strukturen wird letztendlich als Punktestand angezeigt. Das Spiel, welches als Serious Game eingeordnet werden kann, wurde aufgrund der hohen Partizipation und des Nutzens für die akademische Umwelt vorgestellt. Es werden Problemstellungen, die in der Wissenschaft bisher nicht ausführlich erforscht wurden, mit Hilfe der Anwendung und der Nutzer gelöst, so dass dieses Programm einen stark positiven Effekt auf den Kenntnisstand von forschenden Biochemikern haben kann.
Des Weiteren wurde mit „Mamba Nation“ ein Social Game als Applikation für Facebook vorgestellt. Da die Entwickler-Firma in Frankreich ansässig ist, wurde in Bordeaux die Zeit genutzt, die eigene Entwicklung den Wissenschaftlern vorzustellen und zu bewerben. Bei Mamba Nation handelt es sich zurzeit um eine 3D-Chatumgebung, welche auf Facebook basiert. Es soll in Zukunft versucht werden soziale Begegnungen im Spiel zu generieren, die mit Real-Life Freunden ausgelebt und geteilt werden. Dies erleichtert ein reales Treffen und Erleben von Freizeitaktivitäten, indem diese online verlagert werden.
In einem weiteren Panel der „Foundation of Digital Games 2011“ ging es um die Fragestellung „Should Technology Serve or Drive Game Design?“. Über diese Frage, die auch im Videospieljournalismus oftmals aufgegriffen wird, wurde hier mit bekannten Wissenschaftlern aus der Branche (Ian Bogost, Michael Mateas, Andy Nealen) diskutiert. Als Ergebnis wurde berichtet, dass es sich hierbei um einen Kreislauf handele. Technologie beeinflusst also Game Design. Game Design beeinflusst wiederum Technologie. Diese objektive Betrachtung wird jedoch immer wieder kritisch hinterfragt und anders ausgelegt.
Im Anschluss fand im kleinen Rahmen das erste von zwei „Doctoral Consortiums“ der Konferenz statt, in dem angehende Doktoren der Philosophie (angehende PHD Absolventen) ihr jeweiliges Dissertationsthema vorstellten. Die Themenbereiche waren sehr gestreut und umfassten unterschiedliche Forschungsfelder von digital games.
So hat Johannes Breuer von der Universität Hohenheim einen Vortrag zum Thema „(In)Formative play – The effects of digital games on creativity and problem-solving skills“ gehalten. Hier ging es um Effekte von Computer- und Videospielen auf ihre Nutzer, v.a. im Hinblick auf Konfliktlösungspotential und Kreativität.
Als Abschluss des offiziellen Teils Dienstags, hatten alle Autoren, die ihre Arbeit im Form eines wissenschaftlichen Posters im Laufe der Konferenz vorstellten, die Möglichkeit dieses Thema innerhalb einer Minute dem Plenum vorzustellen. Der Name der Veranstaltung hieß passenderweise „Poster Minute Madness“.
JUL



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